HabitusMatch verbindet vier soziologische Theoriestränge zu einem integrierten Analyserahmen. Hier findest du die wichtigsten Konzepte, Quellen und ihre Bedeutung für die algorithmische Kulturanalyse.
HabitusMatch kombiniert diese Theorieebenen zu einem geschlossenen Analyserahmen: Bourdieus Habituskonzept liefert die grundlegende soziologische Logik — Musikgeschmack als Ausdruck von Kapitalstruktur und Klassenposition. Peterson & Kerns Omnivore-These erweitert diesen Rahmen um die zeitgenössische Verschiebung von Exklusivität zu Vielfalt als neuer Distinktionsstrategie. Stuart Halls Encoding/Decoding-Modell erklärt, wie KI-Modelle als kulturelle Dekodierungsinstanzen operieren und dabei spezifische Lesarten produzieren. Die Sinus-Milieus schließlich übersetzen diese theoretischen Konzepte in eine empirisch validierte Milieu-Karte für den deutschsprachigen Raum.
Diese Theorien wurden nicht für algorithmische Analyse entwickelt. HabitusMatch ist ein Experiment — es testet, ob die theoretischen Konstrukte auf Streaming-Verhaltensdaten anwendbar sind. Die Forschungsstudie sammelt systematische Evidenz für diese Frage.
Alle vier Theoriestränge fließen in die Prompt-Architektur von HabitusMatch ein. Das LLM wird angewiesen, Song-Listen entlang dieser theoretischen Achsen zu interpretieren — nicht als freie Assoziation, sondern als theoriegeleitete Kodierungsarbeit. Die Qualität dieser Kodierung ist Gegenstand der laufenden Forschungsstudie.