Gerald Czech ist Sozialökonom, Nonprofit-Manager und Doktorand am Institut für Nonprofit Management und Governance der Wirtschaftsuniversität Wien. Als Leiter Marketing und Kommunikation des Österreichischen Roten Kreuzes arbeitet er an der Schnittstelle von Markenführung, Fundraising, gesellschaftlichem Vertrauen und Krisenkommunikation.
Sein beruflicher Weg verbindet Sozialwissenschaft, Kommunikation und Technologie: Er begann als ausgebildeter technischer Chemiker, arbeitete unter anderem als Pressesprecher, Einsatzleiter, Notfallsanitäter, Digitalstratege und Lehrbeauftragter und leitet seit 2018 den Bereich Marketing und Kommunikation des Österreichischen Roten Kreuzes. Diese Verbindung unterschiedlicher gesellschaftlicher Felder prägt auch seinen Blick auf Kultur: Geschmack ist für ihn weder bloß Privatsache noch ein simpler Persönlichkeitstest, sondern Teil sozialer Orientierung und gesellschaftlicher Positionierung.
Seine Dissertation an der WU Wien untersucht, wie der Markenwert gemeinnütziger Organisationen Vertrauen und unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Unterstützung beeinflusst – von Geldspenden über freiwilliges Engagement und Blutspenden bis zu anderen Formen der Beteiligung. Das öffentliche Forschungsprofil weist ihn als PreDoc am Institut für Nonprofit Management and Governance und als Leiter Marketing und Kommunikation des Österreichischen Roten Kreuzes aus.
Warum HabitusMatch?
HabitusMatch entstand aus einer Beobachtung: Musikgeschmack ist persönlich, aber nicht ausschließlich individuell. Was wir hören, wie wir darüber sprechen und wovon wir uns abgrenzen, steht in Beziehung zu Bildung, Herkunft, Generation, Lebensstil, kulturellem Kapital und sozialem Umfeld.
Die theoretische Ausgangsbasis bildet insbesondere Pierre Bourdieus Analyse von Habitus, Geschmack und sozialer Distinktion. Ergänzend greift HabitusMatch Forschung zur kulturellen Omnivorität, zu Szenen und Subkulturen, sozialer Identität, kultureller Repräsentation und gesellschaftlichen Milieus auf.
HabitusMatch übersetzt diese Perspektiven in ein digitales Explorationsinstrument. Es soll zeigen, welche sozialen und kulturellen Muster sich in Musikpräferenzen erkennen lassen – ohne Menschen auf eine einzelne Klasse, Generation oder Milieuschublade zu reduzieren.
Das Projekt verbindet drei Zugänge:
- sozialwissenschaftliche Theorie,
- datenbasierte Mustererkennung,
- spielerische, verständliche Ergebnisdarstellung.
Zwei Formate, eine gemeinsame Grundlage
HabitusMatch bietet zwei Darstellungsweisen:
Akademisch erklärt Ergebnisse mit sozialwissenschaftlichen Begriffen, theoretischen Bezügen und methodischen Einschränkungen.
Unterhaltsam verdichtet dieselben Muster zu einer zugänglichen und spielerischen Interpretation – ähnlich einem persönlichen Jahresrückblick, aber mit soziologischem Hintergrund.
Der Unterschied liegt in Sprache und Detailtiefe. Beide Formate beruhen auf derselben Datenbasis. Die Ergebnisse sind keine psychologische Diagnose und keine objektive Bestimmung des sozialen Status, sondern eine theoriegeleitete Interpretation kultureller Präferenzen.
Forschung und Publikationen
Gerald Czech publiziert seit den 2000er-Jahren zu Sozialstrukturen, öffentlicher Kommunikation, digitaler Beteiligung sowie Krisen- und Katastrophenmanagement.
Zu den wissenschaftlich beziehungsweise bibliografisch gut belegten Arbeiten zählen unter anderem:
- Fleischhackl et al. (2006): Reaching the public via a multimedia campaign as a first step to nationwide public access defibrillation. DOI: 10.1016/j.resuscitation.2005.07.026
- Fleischhackl et al. (2008): Results from Austria's nationwide public access defibrillation programme collected over 2 years. DOI: 10.1016/j.resuscitation.2007.11.019
- Czech (2010): Sozialstrukturen im Österreichischen Roten Kreuz. Diplomarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien.
- Czech, Gruber und Raber (2011): Durch die rosarote Brille. Einflussfaktoren auf den Habitus von Journalistinnen.
- Auferbauer, Czech und Tellioglu (2015): Communication Technologies in Disaster Situations: Heaven or Hell?
- Auferbauer, Ruggenthaler, Czech und Gojmerac (2019): Taxonomy of Community Interaction in Crises and Disasters, ISCRAM 2019. AIT-Publikationsnachweis
Schreiben als Teil der Forschung
Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen schreibt Gerald Czech in mehreren Blogs:
- Redcross Sociologist verbindet Soziologie mit Freiwilligenarbeit, humanitärer Organisation, Kommunikation und gesellschaftspolitischen Fragen. Der Blog enthält bereits ältere Beiträge zu Bourdieu, Habitus und sozialen Strukturen.
- Diss-Tance begleitet den Weg durch ein Dissertationsprojekt und sammelt wissenschaftliche Fundstücke, methodische Überlegungen und persönliche Erfahrungen aus der Forschung.
- Falkensteinerweg widmet sich Kochen, Genuss, Garten und Alltagskultur – und zeigt damit zugleich jene praktische Seite von Geschmack, Lebensstil und kultureller Praxis, die HabitusMatch theoretisch untersucht.
- Redcross Webmaster's Blog dokumentiert langjährige Arbeit zu digitaler Kommunikation, Kampagnen und Online-Engagement.
Datenschutz und wissenschaftliche Transparenz
HabitusMatch verarbeitet nur jene Daten, die Nutzer:innen für die jeweilige Analyse oder – nach gesonderter Einwilligung – für Forschungszwecke bereitstellen. Die Forschungsnutzung, Speicherdauer, technischen Schutzmaßnahmen und Möglichkeiten zum Widerruf werden in der Datenschutzerklärung nachvollziehbar erläutert.
HabitusMatch verkauft keine personenbezogenen Daten und verwendet die erhobenen Informationen nicht zur Werbeprofilbildung. Veröffentlichte Auswertungen erfolgen ausschließlich in aggregierter oder hinreichend anonymisierter Form.
Kontakt und Zusammenarbeit
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